20071215

Feueralarm mit Sauerkraut und Knödeln.

Na mal ganz ehrlich, das hatten wir hier noch nicht. Wenn, dann wäre das Thema glaub ich endgültig ausgeschöpft und alle möglichen Varianten durchgespielt und publiziert. Einige Tage wird jetzt schon daran repariert und getestet. Zum Beispiel auch als ich am morgen nach meiner letzten Prüfung ohne schlechtes Gewissen ausschlafen wollte.

Naja, immerhin wird das Telefon nun doch nicht abgestellt, zumindest nicht so lange ich noch hier bin. Hat zwar nix mit Feueralarm zu tun, kann aber auch vom (Aus)Schlafen abhalten.

20071211

Feueralarm die dritte.

[...]

To all tenants in block E-H,

Today at 12.00 o’clock we will test our fire alarms. This is a short test, so the alarm will not go off for a long period.

Mvh

Christina M. Hauge
[...]


short Test vs. long period. Versteh ich nicht.

20071210

Feueralarm Nachtrag

Es funktioniert. Und wie es funktioniert. Schon seit eineinhalb Stunden klingelt es. So weit meine Informationen reichen, macht es das leider ohne dass es brennt.
Aber immerhin habe ich erst übermorgen und nicht morgen mein Eksamen.

20071206

Kommentare.

Ich hatte irgendwie eingestellt, dass nur google-Benutzer kommentieren können. Um diese diskriminierende Einschränkung gegenüber denjenigen, die sich dem Google-Imperium widersetzen, zu beseitigen habe ich es umgestellt und bitte um Verzeihung.

20071205

Feueralarm

Standardszenarien:
- Person X lässt das Essen anbrennen, weil er, respektive sie, im Zimmer lieber ein Loch in die Wand geguckt hat als die Milch umzurühren. Höllisches Piepen warnt alle Bewohner des jeweiligen Hauses, bzw. der jeweiligen Etage vor einem Brand und fordert zum verlassen des Hauses auf.
(Selbst miterlebt: Ich, schon im Schlafanzug; Feueralarm; wenige Augenblicke später und nur einige Türen weiter:Die Feuerwehr steht vor einer Appartementtür hinter der die Ursache für Alarm vermutet wird und telefoniert gerade um die Tür möglichst schonend zu öffnen, da niemand auf das Klopfen reagiert hat. Ein junger Mann asiatischer Herkunft, kommt mit mit Reis gefüllten Tupperschüsseln auf dem Arm und fragendem Gesicht den Gang entlang. "Whats wrong? Oh no that's my dor. Shit!" Er rennt hin, schließt auf und die Sache klärt sich. Nachdem der Rauch verzogen ist wird auch der Feueralarm wieder abgestellt. Ich gehe schlafen.)

- Eine der vielen Gemeinschaftsküche im Nachbarblokk (bei "Blokk" muss man sich einfach der schönen norwegischen Rechtschreibung anpassen, dieses Verhaltensmuster entspricht zumindest meinem privaten Empfinden.) veranstaltet eine Party mit selbstgebrauten Bier und oft mit furchtbar witzigem Motto. Jeder der in diesem Blokk weiß dann schon Bescheid, dass es nachts um halbdreiviertel vier spätestens so weit ist, dass diverse Räucheropfer die Rauchmelder zum Ausschlag bewegen. Grausames Piepen und fluchende geweckte Studenten sind die Folge. Man trifft sich in der Küche, des jeweiligen Flures auf einen Plausch mit Vanilleeis und wartet bis das Bergensische Brannvesen die Ursache fest- und den Alarm abgestellt hat. Im Allgemeinen befindet man sich keine 40 min später wieder im Bett und schläft mit gemurmelten Flüchen über die Verursacher auf den Lippen erneut ein.

- Eine leicht angeheiterte (dezente Untertreibung meinerseits. Anm. d. Red. ) Person Y will mal wissen was passiert, wenn man eine gewisse Scheibe einschlägt und den Knopf tief drückt. Ist vielleicht nicht so gesundheitsgefährdend wie eine Zigarette, aber keineswegs löblicher. Die Geschichte geht dann so weiter wie im Fall zuvor.

- Abwandlungen der bereits erwähnten Szenarien sichern zum einen der Feuerwehr eine kurze Weile und zum anderen der Brannstation Fana ihre Existenz.

Letzte Nacht jedoch da war mal richtig Spaß angesagt. Die Uhr zeigte etwas um die zehn Minuten nach zwei als ein gellendes Piepen und ein mindestens genauso grausames Klingeln meine Tiefschlafphase der letzten Nacht rapide verkürzte. Also, nachdem man ja sowieso senkrecht, wie in den besten der besten Comics gezeichnet, im Bett steht, ich tat dies zumindest, macht man das Fenster zu sucht sich einen warmen Pullover und guckt mal auf den Gang raus. Halt! Schlüssel mitnehmen! Beißender Rauch ist noch nicht zu sehen. Also Schuhe anziehen und sich mal an die Frische Luft begeben, ohne den Fahrstuhl zu benutzen, versteht sich. Im Erdgeschoss angekommen, wundere ich mich schon über die große Anzahl von Menschen, aber da aus jedem Stockwerk der Alarm zu hören war, erwartet man ja auch wirklich etwas Ernstes. Und als Bewohner einer der Bløkke, die nur einer oder zweier Appartements besitzen und deswegen ohne Gemeinschaftsküchen auskommen, kennt man Fall zwei und drei der zu Beginn angeführten Szenarien ja nicht. An der Frischen Luft angekommen trifft man das eine oder andere bekannte Gesicht schnackt eine Runde und wartet auf die Feuerwehr. Diese kam dann auch lokalisierte die Brandursache, funkte wild durch die Gegend, ging ins Haus rein und wieder raus. Augenzeugen berichteten auch von Rauchentwicklung im Gang des dritten Stockes. Ich kann dies nicht bezeugen, aber solch ein Gang ist ja auch mehrere hundert Meter lang und besitzt mehrere Brandschutztüren. Nach 45 min unter freiem Himmel leistet Petrus seinen persönlichen Beitrag zum Feuer löschen. Die Feuerwehr läuft noch mehr oder weniger koordiniert um verschiedene Ecken und beschliesst nach 55 min die Studenten wieder ins Haus zu schicken, während die Feuerglocken auf den Gängen munter vor sich hin bimmeln. Feuerwehrleute versuchen unterdessen vergebens den Feueralarm wieder abzustellen.
"Bare prøver å sove, Just try to sleep. It's safe now."
Alles klar, gehen wir wieder ins Bett und schlafen bei Krach und Läutgedöns. Ich muss zugeben, das hat sogar für mich eine Herausforderung dargestellt. Einige wenige Minuten später, es ist ungefähr 3:27 Uhr, herrscht Stille, nach 77 minütigem pulsierendem Dauerklingeln. Stille. Schön. Wunderschön! Schnell noch einmal nach links und einmal nach rechts drehen und weiterschlafen. Der Wecker wird ja schon in dreieinhalb Stunden später klingeln und einen zum Norskkurseksamen wecken. Mit einem Tässchen Kaffee gedopt, habe ich auch versucht diese Hürde zu meistern. Ergebnisse kenne ich noch nicht, aber zumindest war ich rechtzeitig an Ort und Stelle des Geschehens. Als ich heute nach meinem Eksamen zu Hause ankomme finde ich in meinem Emailpostfach eine Email:

"Til alle beboerne i E-H blokk,
Etter at brannalarmen ble utlåst natt til i dag, hang klokkene seg opp. Dette på grunn av en teknisk feil. Brannvesenet var her til klokkene ble avstilt. Vi hadde også en brannvakt på området. Brannalarmen vil fungere som normalt fra og med i dag. Vi beklager at det tok så lang tid før vi fant feilen slik at vi kunne avstille klokkene.

To all tenants in block E-H,
When the fire alarm went off last night/early this morning it got hung up, this because of a technical fault. The fire department did not leave the area before the alarm was cut-off. We had a fire guard on the premises. The fire alarm will function as normal from today. We are sorry that it took such a long time before we were able to find the technical fault.

Mvh
**** * ***
Miljøkonsulent
Studentboligene
Studentsamskipnaden
i Bergen"

Ich danke recht herzlich und verzeihe es. Immerhin soll es ja jetzt wieder ordnungsgemäß funktionieren. Wir werden ja sehen. Der nächste Feueralarm lässt bestimmt nicht allzu lange auf sich warten.

20071201

Vitamin D

Gestern. Es ist zwei Uhr, ich habe gerade mein köstliches Mittagessen, dass aus Kartoffeln, Speck und Kohlrabiähnlicher Wurzel bestand verspeist, nachdem ich aus der Universität zurückgekehrt war. Es ist kurz vor 2. Ich schaue kurz ins Internet, rufe Emails ab und entscheide mich dann zu einem kurzen Mittagsschlaf um danach mit vollem Elan ins Lernen einsteigen zu können. Im Hinlegen und zudecken überlege ich noch ob es nicht vielleicht besser wäre sich einen Wecker zu stellen. Es bleibt bei der Überlegung. Das nächste mal schaue ich um 4 auf die Uhr während es draußen schon wieder dunkel wird. Im Halbschlaf überlege ich mir in einem inneren Zwiegespräch wie es sein kann, dass man hier immer so viel und lange verpennt. Die eine Hälfte stellt diese Frage. Die andere antwortet, dass dies ganz einfach sei, man müsse sich nur einfach wieder umdrehen und die Augen zumachen. Mein Körper gehorcht. Das nächste mal als ich auf die Uhr schaue ist es zehn vor sechs.

Ich glaube, ich kaufe mir heute Lebertran.

20071124

Überall das Gleiche, oder : Kommunikationsförderer Hund.

Da dreimal Handballtraining nicht genug Sport in einer Woche ist, war ich die letzten drei Wochen bei der Ultimate-Frisbee Gruppe des Unisports. Im Vergleich zu dem Schabernack, den man damals zu Schulzeiten im Schulsport gespielt hatte, ist das hier richtig anspruchsvoll. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass die Leute, die das hier freiwillig veranstalten eine grobe Ahnung von dem groben Prinzip dieses Sports haben, im Gegensatz zu unseren damaligen Sportlehrern, die diese von oben oktroyierte Sportart mit den Schülern spielen mussten. Für mehr als dreimal im Schulsport und einmal beim Sportfest hatte es damals ja auch eh nicht gereicht. Wie dem auch sei, Ultimate Frisbee ist mal abgesehen von den Phasenweise längeren Diskussionsrunden, wer deckt wen und welches System spielen wir in diesem Angriff, die aber immer kürzer werden, desto länger man es spielt, eine durchaus Spaßbereitende Sportart. Diese Gruppe traf sich gestern dann auf ein Fredagspils im Stadtzentrum, was mich dazu veranlasste nachts im dunkeln an einer verlassenen Bushaltestele mir die Zeit zu vertreiben, während ich auf den Bus wartete. Irgendwann kam dieser dann auch und ich stieg ein. Eine Station später stieg ebenso Frau mit ihrem Hund ein. Der Hund kann einem Leid tun, aber er kann nichts dafür, dass er so gezüchtet wurde. Um es auf den Punkt zu bringen, er sah so aus, als ob er mit 180 Sachen frontal gegen eine Mauer gerannt wäre. Aber also ob das nicht schon genug wäre, war er noch mit einem hippen buntgepunkteten Kinderpulover gekleidet, damit die süße kleine Flugratte der Hund nicht friert. Es dauerte auch nicht lange da schnappte die Falle zu. Der vor dem Hund sitzende Herr drehte sich um begutachtete den Wauwau und brach einen Smalltalkt vom Zaun. Wohl mehr aus Interesse am Frauchen als am Hündchen. Ich denke man sollte dem Hund einen Spiegel schenken, Greenpeace informieren oder H&M verklagen, dass diese gefälligst ihre Kleidungsstücke mit dem Hinweis "nicht für Tiere geeignet" versehen. Das arme Viech!

20071116

kurz verlinkt



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[14.11.2007 18:05:32] margrit : warum haben wir unsnochmal norwegen ausgesucht?
[14.11.2007 18:05:46] johannes : weiß nicht. ist ja sonst ganz schön hier.

20071110

"Nedbøren vil falle som snø fra fredag."

So stand es in der Bergen Tidende am Donnerstag. "Niederschlag wird ab Freitag als Schnee fallen." Und so ist es auch. Letzte Nacht haben wir einen Schneemann gebaut und waren mit einem kaputten Schirm und einer Plastiktüte rodeln. Da sag ich doch nur: "Nochmal, nochmal...!"

20071106

Der Alltag.

Tja so ist das, die Anfangseuphorie ist verflogen und die anfängliche Berichtüberfülle hat sich stark ausgedünnt. Ich muss zugeben dass es mich auch phasenweise nicht mehr so dermaßen danach gelüstet die Außenwelt über jeden Schritt den ich mache zu informieren, wie es mich das am Anfang getan hat. Natürlich könnte man schreiben "Gestern bin ich in die Uni gegangen. Erst Mathevorlesung und danach bin ich dann zum Sprachkurs gelaufen und dann bin ich mit dem Bus nach Hause gefahren, hab mir einen Snack zubereitet und abends bin ich ins Handballtraining gegangen. Morgen werde ich das gleiche tun."
Na toll und wer hat da etwas davon? Niemand. Das langweilt euch und mich ehrlich gesagt auch. (Anm. d. Red.: Trotzdem habe ich es jetzt euch aufs Brot geschmiert, ohne dass ihr es gemerkt habt. Wie stilistisch gewitzt von mir, hehe!) Es kommt vielleicht auch hinzu, dass die Anzahl der Ausflüge in den letzten Wochen abgenommen hat. Man muss ja auch irgendwann auch nochmal was lernen.
Also nicht wundern wenn hier mal einige Tage kein Update kommt. Das heißt nicht, dass es mir schlecht geht. Ich komme und gehe weiterhin Tür ein Tür aus hier in Bergen und das ist auch gut so.